Reise nach Kenia -Teil 3

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Watamu, Coast, Kenia

Eins sollte jedem klar sein, der nach Afrika reist und etwas tiefer eintauchen möchte. Ihr solltet mit dem Dreck und der Armut in den Städten und Dörfern zurechtkommen. Natürlich ist es nicht überall so und natürlich gibt es Enklaven und Ausnahmen. Auch haben eben nicht alle eine Schulbildung genossen oder haben aus den unterschiedlichsten Gründen die Schule abgebrochen. Doch meist ist es so, dass ihre Hilfe im elterlichen Heim benötigt wird. Es sterben hier immer noch jedes Jahr 2,8 Millionen Kinder an Durchfall. Falls ihr euch entscheidet herzukommen, macht euch auf einen Kulturschock gefasst. Auch ich habe immer wieder von Zielen wie Neuseeland, Australien, Hawaii oder den asiatischen Ländern geträumt. Nur nicht Afrika. Außer vielleicht noch Namibia oder Südafrika, aber dann auch erst nach all den anderen tollen Zielen. Jetzt bin ich hier, zwar nur für ein paar Wochen und aber das auch schon zum dritten Mal. In mir hegt sich immer mehr der Wunsch den Menschen zu helfen. Sie haben es verdient. Sie alle sind sehr freundlich, hilfsbereit und herzlich, wenn dann doch die Mauern gebrochen sind. Erst einmal bist Du als weiße Frau oder weißer Mann automatisch reich und damit genauso automatisch eine Einnahmequelle. Wir als Weiße müssen erst einmal lernen die vielen unterschiedlichen Tonfälle und Gesichtsmimiken zu deuten und auseinander zu halten. Außerdem, und das kann man sich kaum vorstellen, gibt es hier zweiundvierzig ethnische „Tribes“, Volksstämme, die unter dem Dach Kenias leben. Jeder Volksstamm mit einer eigenen Sprache. Es gibt zwei Hauptsprachen, Suaheli und Englisch. Ein Muss für jeden Schüler. Man findet allerdings auch immer wieder Menschen, darunter auch Jugendliche, die nur eine der beiden Sprachen sprechen, oder beide Sprachen, dafür aber sehr schlecht.

Der Islam und das Christentum leben hier friedlich nebeneinander. Nicht selten habe ich hier ein kirchliches Gebäude direkt neben einer Moschee gesehen. Circa 15% der Bevölkerung sind Islamisten und circa 75 % sind Anhänger des Christentums. Der Rest, meist die etwas abgeschieden Stämme haben noch einen Naturglauben. Die meisten islamischen Menschen leben an der Küste.
Wer nur die Wärme und den Strand genießen möchte, wer nur die wunderbare Natur und die Tierwelt kennen lernen möchte, der findet viele Angebote die ihn von dem Leben und den Menschen Kenias fern hält. Es geht aber auch anders. Und an dieser Stelle frage ich mich, wieso ein Reiseland wie Deutschland, mit einer breit aufgestellten Touristikindustrie, mit einer Menge Rentnern, die gerne ihren Lebensabend in wärmeren Gefilden verbringen möchten, es nicht schafft, was die Italiener schon lange geschafft haben.

Sie sind an dieser kenianischen Küste in so einer Anzahl vertreten, dass die Kinder in den Schulen bereits Italienisch lernen. Ich wurde allerdings auch mehrfach gefragt, wo denn die Deutschen sind? Eine Frage die ich mir auch nicht beantworteten kann oder nur zum Teil. Ist es der fehlende Luxus? Man kann sich nicht sofort ins gemachte Nest setzen. Ist es das? Ist es die Armut die einem hin und wieder begegnet? Die Mutter mit dem Kind, die um Almosen bittet? Oder der zahnlose Gestrandete? Versteht mich nicht falsch, zu verteilen habe ich auch nichts. Und ständig wegen irgendetwas angehauen zu werden geht mir auch auf den Nerv. Das hört allerdings schlagartig auf, wenn die Leute einen des Öfteren sehen.

Es gibt hier an der Küste genug leerstehende Häuschen, Apartments oder auch nur Hütten, die darauf warten bevölkert zu werden. Ein Arbeiter, der einem das Haus oder das Appartement renoviert und gleichzeitig auch die Baumaterialien organisiert ist schnell gefunden. Ein Restaurant oder jemand der einem jeden Tag das Essen kocht genauso. Eine Liege am Strand inklusive ein mit Palmblättern bedeckter Sonnenschirm liegt bei circa 2-4 Dollar pro Tag.

Die Menschen hier brauchen uns, genauso wie die Portugiesen, die Spanier, die Griechen, Türken oder Italiener uns und unsere Reiselust seit den Sechzigern gebraucht haben oder immer noch brauchen.

Wer also Hilfe oder Ideen und Tipps für seine individuelle Reiseplanung braucht, der kann mich gerne anschreiben.

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