Reise nach Kenia – Teil 1

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Nairobi, Kenia

Sollte von euch wirklich mal jemand mit dem Gedanken spielen unorganisiert und auf eigene Faust nach Kenia fliegen zu wollen, könnt ihr euch natürlich mit dem Taxi, den schon erwähnten Matatus, mit dem Tuk Tuk oder Bussen fortbewegen. Die Busse und die Matatus haben feste Preise. Die Preise für alle anderen Fortbewegungsmittel sollen grundsätzlich immer verhandelt werden. Für die Romantiker gibt es eine Zugverbindung zwischen Nairobi und Mombasa. Kalkuliert eine Verspätung von vorne herein direkt mit ein. Momentan wird von den Chinesen eine neue Trasse, parallel zu der alten gebaut. Da diese das Baumaterial zum Teil mit Zügen auf der alten Trasse anliefern lassen und diese nur einspurig ist, kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Bucht auf jeden Fall erster Klasse, aber kauft das Ticket direkt am Schalter am Bahnhof. Lasst euch auf keine Deals mit irgendwelchen Zwischenhändlern oder sogenannten Reiseagenten oder Reisebüros ein. Wundert euch auch nicht über den Zustand der 1. Klasse. Gäbe es bei uns die 5. Klasse, kommt das ungefähr hin. Trotz der Verspätung und dem desolaten Zustand unseres Abteils, möchte ich die Zugfahrt oder die entstandenen zwischenmenschlichen Begegnungen bei den erzwungen Stopps nicht missen. Gemütlich mit dem Zug durch die afrikanische Landschaft zu fahren, hat schon einen besonderen Touch. Menschen, die sich älter fühlen, als ich mich 😉 würde ich aber grundsätzlich von der Zugfahrt abraten. Es ist trotz der Zugfahrerromantik auch anstrengend. Die Zugfahrt sollte übrigens neun Stunden dauern. Der Zug kam mit einer Verspätung von fünf Stunden an und wir waren über vierundzwanzig Stunden unterwegs.

Morgen fahren wir wieder nach Mombasa. Mit dem Bus. Für die vierhundertfünfzig Kilometer braucht der Bus circa neun realistische Stunden. Die Busfahrt kostet in etwa sechsundzwanzig Dollar für zwei Personen.

Noch entspannter und wohl auch sicherer, geht’s wahrscheinlich mit dem Flieger für circa einhundert bis einhundertzwanzig Dollar pro Person.

Sicherer deshalb, da Mombasa den einzigen kenianischen Seehafen hat. Und alles was in Mombasa per Frachter angeliefert wird das kommt per LKW über die zweispurige 450 km lange Strecke nach Nairobi und wird von dort verteilt. Die Strecke Mombasa-Nairobi ist die meist befahrenste Straße Kenias und angesichts mancher Kamikaze Überholvorgänge der anderen Verkehrsteilnehmer auch die gefährlichste. Überhöhte Wachsamkeit ist unbedingt notwendig und ein übermüdeter Busfahrer würde uns schnell das Leben kosten. Aber keine Panik, es wird schon nichts passieren.

Wollt ihr einen der vielen Natur- oder Gameparks besuchen, geht das nur organisiert oder mit dem eigenen Leihwagen. PKWs werden in die Nationalparks nicht hinein gelassen. Ihr braucht ein Allradfahrzeug. Das kleinste Fahrzeug das hier angeboten wird ist der Toyota RAW4. Die Kosten für das Auto liegen bei den im Internet angeboten Händlern zwischen einhundert bis einhundertfünfzig Dollar pro Tag. Es geht aber auch anders und ist wie vieles im Leben nicht ohne Risiko, wie ich am eigenen Leib erfahren habe. Dazu komme ich aber später. Nachdem mich mein Wagenverleiher aus dem letzten Jahr versetzt hatte, wahrscheinlich weil ihm der Preis auf den ich ihn gedrückt hatte zu niedrig war, mussten wir kurzfristig etwas anderes organisieren. Denn, die Lodge war gebucht und nicht mehr zu stornieren. Die Kenianer, wie ich schon erwähnt hatte, machen alles zu Geld und sei es das eigene Auto. Und Leihmietverträge scheint es wohl auch überall zu geben. Aber der Reihe nach. Wir standen jetzt also da, mit gebuchter Lodge und ohne Auto. Mary nicht dumm, geht zu einem Pulk von Taxifahrern und fragt wo es denn den nächsten Mietwagenverleiher gibt. Und prompt meldet sich einer, der einen Toyota RAW4 für umgerechnet fünfundfünfzig Dollar pro Tag vermietet. Bingo. Und bringt uns dann auch noch mit seinem Taxi zu dem Hof wo das Auto steht. Es ist seins, wie sich dann herausgestellt. Das Auto wird uns abends gebracht. Gezahlt wird direkt cash. Unserer Safari steht nichts mehr im Weg.

Übrigens ist David der Taxifahrer ein netter, adretter junger Geschäftsmann, der uns dann auch später, bei, wie sollte es auch anders sein, entstandenen Schäden überhaupt nicht über den Tisch zieht und mir, nachdem er in einer der zahlreichen Straßenwerkstätten war, einen absolut korrekten und fairen Preis macht. Sollte hier Bedarf bestehen empfehle ich ihn gerne per PN weiter. Eine Toyota Corolla Limousine mit vier Türen, gibt es übrigens schon für fünfunddreißig Dollar pro Tag.

Der Eintritt in die Nationalparks liegt für Nicht-Bewohner bei sechzig bis siebzig Dollar pro Kopf. Alle Unterkünfte sind gerne bereit ein Lunchpaket mit auf den Weg zu geben. Ihr solltet aber zusätzlich noch genügend Wasser mitnehmen. Und auch wenn es nirgendwo steht oder auch keiner mündliche Hinweise gibt; steigt bitte nicht aus! Und wenn, dann nur an den vorgesehenen Plätzen und auch dort ist Vorsicht geboten. Die Löwen sind wirklich wild, Elefanten sehen zwar gutmütig aus, sind aber bei schlechter Laune nicht zu unterschätzen. Ein Nashorn oder auch Ein Elefant kann urplötzlich hinter der nächsten Biegung oder dem nächsten Busch auf dem Weg stehen. Also seid wachsam. In vielen Parks sind die Tiere die Safariautos gewohnt. Es gibt aber auch weniger gut besuchte Parks dort sind die Tiere scheu, schwer zu Gedicht zu bekommen aber eben auch gefährlicher. Wenn ihr einen Führer wollt, der ist in manchen Fällen zu empfehlen, fragt am Gate oder in eurer Lodge nach. Bisher war es bei allen Parks, die ich besucht habe, so, dass wir morgens sehr früh in Nairobi aufgebrochen sind, was schon alleine wegen des Straßenverkehrs zu empfehlen ist, und wir nachmittags am Ziel waren. Es bleibt also immer noch genügend Zeit einen Guide zu finden. Auch hier gilt, verhandeln. Zwischen zehn bis fünfzig Dollar pro Tag ist alles möglich. Vergesst für den Guide nicht das Lunchpaket in eurer Unterkunft mit zu bestellen. Das macht sich besser und ihr habt mittags keinen um euch, der euch hungrig beim Essen zuschaut.

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