Mutuati, ein kleines Dorf in der Mitte Kenias

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Nairobi, Kenia

Vor ein paar Tagen war ich auf dem Land. Weit, weit weg von jeglichem Tourismus und bis zum nächsten größeren Dorf ist es ein beschwerlicher Weg, den Berg hoch. Dauer fußläufig ca. 1 Stunde. Autos Fehlanzeige. Asphaltierte Wege, damit kannst du nicht rechnen. Ganz zu schweigen vom Strom oder fließend Wasser. Hier leben Kleinbauern. Jeder mit einer Parzelle von ca. 1000 qm. Der eine etwas größer, der andere etwas kleiner. Die Hütten aus rohem Holz mit Lehmboden. Eine Hütte für den Hausherr, eine Hütte für den ältesten Sohn, eine Hütte für die Frauen und Kinder und eine Hütte mit einer Kochstelle. Alle Hütten haben Wellblechdächer. Die Toilette besteht aus 4 auf einem Quadratmeter zusammengestellten Wellblechwänden und einem Loch in der Mitte. Eine der Wände wird als Tür genutzt.

Das Wasser wird zum Teil gekauft und von vorsintflutlichen kleinen Trucks angeliefert und in schwarze, auf vier Stelzen stehende, Wassertanks gepumpt. Wie diese den Weg dorthin schaffen, bleibt mir bis heute ein Rätsel.

Angebaut werden Mais, Bananen, Papaya, Kartoffeln, Kürbis, Melonen, Bohnen, Mangos, Kräuter und der bereits erwähnte Kathstrauch. Teils zur Eigennutzung, aber vermutlich der einzige Weg, bei Verkauf der jungen Triebe, auch einmal etwas Geld zu machen.

Zu jedem Haushalt gehört Kleinvieh. Jeder wahrscheinlich in seiner eigenen individuellen Zusammenstellung. Hier waren es, ein Kalb, zwei Mulis, drei Ziegen, eine Kuh, ein paar Hühner sowie ein Hund und eine Katze. Die Mulis werden vor den Karren gespannt, wenn mal etwas Größeres transportiert werden muss.

Da es keine Fernseher gibt kennen die meisten kenianischen Kinder also auch keine weißen Menschen. Sehen sie dich im Auto, geh davon aus, das das Fahrzeug, welches ja aufgrund der Straßenverhältnisse nur im Schritttempo fahren kann, binnen Sekunden von einer Horde Kinder umringt ist und teilweise kilometerweise von ihnen begleitet wird. Dabei rufen sie „Mzungo, Mzungo“ (weißer Mensch) Und da halb Kenia aus Kindern besteht, reißt die Schlange der auf das Auto zuströmenden Kinder nicht ab. Auch wenn andere schon längst aufgegeben haben.
Das ändert sich nicht, wenn man das Auto verlässt und wie in meinem Fall, einen nicht unerheblichen Berg, 2 Kilometer hoch läuft, um Fotos zu machen. Nachdem die ersten Versuche gescheitert waren ein paar Fotos von den Kids zu machen, alle duckten sich weg, gelang es mir mit einem kleinen Trick. Ich fotografierte einfach ein paar Blumen am Wegesrand und zeigte ihnen diese auf dem kleinen Monitor meines Fotoapparates. Und schnell viel die Scheu, was mir zu meiner Freude, ein paar schöne Momentaufnahmen gebracht hat.

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