Kenia – Low Budget für Studenten und Individualreisende

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Eine Reise nach Kenia trotz geringen Budget ist für jeden möglich. Natürlich muss Du Abstriche machen, das ist ganz klar und Du musst von vorne herein wissen was Du machen willst und wohin Du willst. Wir konzentrieren uns auf die Küste Kenias. Ich kann Dir einige Möglichkeiten aufzählen die Du vielleicht umsetzen möchtest. Dein Englisch sollte einigermaßen gut sein und Du solltest verhandeln können. Gehe von maximal 500,00 € für den Flug und zirka 30,00 € bis 50,00 € pro Tag aus, inklusive Übernachtung, Essen und einigen Bus- oder Matatufahrten. An der Küste fährt man mit dem Motorradtaxi oder dem TukTuk. Bedenke bitte, für die Einreise wird ein Visum benötigt. Das Visum bekommst Du bei der kenianischen Botschaft in Berlin. Ab dem 1. April 2016 sollen alle Visaanträge per Post an der Botschaft mit einem DHL EXPRESSEASY PREPAID NATIONAL™ Umschlag zugeschickt werden. Einen selbst adressierten DHL EXPRESSEASY PREPAID NATIONAL™ Umschlag muss für den Rückversand des Passes auch beigefugt werden. Anträge per Einschreiben werden nicht mehr angenommen. Familienangehörige oder Zusammenreisende können Ihre Pässe in einem Umschlag schicken und auch nur einen Umschlag für die Rücksendung beifügen. Es ist auch möglich das Visum direkt bei der Einreise zu beantragen und zu erhalten. Am Flughafen erhälst Antragsformular, Form 22, welches Du ordnungsgemäß ausfüllen musst. Dein Reisepass muss am Tag der Einreise mindestens sechs Monate gültig sein. Ein Rückflugticket oder einen Nachweis der Weiterreise und eine Kopie Deiner Reiseunterlagen solltest Du dabei haben sowie eine Gebühr über 50 Dollar in Bar. Bitte achte darauf, dass die Dollar die Du von Deiner Bank erhältst perfekt und nicht beschädigt sind. Ich selbst habe erlebt, dass ein klitzekleiner Riss in einem nagelneuen einhundert Dollarschein von den Visabehörden und auch in der Folge von den Wechselstuben nicht akzeptiert wurde. Im Endeffekt habe ich den Schein an meine Hausbank in Deutschland zurück geben müssen.

Um eine günstigen Flug zu bekommen, empfehle ich Dir herauszubekommen, welche Fluggesellschaft an welchem Tag entweder einen Direktflug anbietet oder Du den kürzesten Aufenthalt bei einem Zwischenstopp hast. In der Regel ist es so, dass Du nur einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung hast, an den Du gebunden bist. Wenn Du das heraus gefunden hast, solltest Du auch bei den Fluggesellschaften direkt nachschauen. Es kann sein, dass Du an manchen Tagen fündig wirst oder auch nicht. Lass Dir bei der Suche nach einem Flug Zeit. Wenn es heute nicht klappt, dann morgen oder übermorgen und vielleicht auch erst in einer Woche. Du brauchst Geduld, stelle Dich nicht selber unter Zeitdruck. Fixiere Dich nicht auf einen Flughafen. Sowohl nicht in Deutschland, als auch in Kenia. Als internationale Flughäfen stehen Dir Nairobi oder Mombasa im Zielland zur Verfügung. Von welchem europäischen Flughafen Du fliegst musst Du schon selbst einschätzen. Für einen 10 Euro günstigeren Flug wirst Du sicherlich nicht von Düsseldorf nach Hamburg fahren.

Wir nehmen jetzt mal an, Du erhascht einen günstigen Flug nach Nairobi. Keine Sorge, der Kulturschock ist garantiert. Sei unbefangen aber nicht sorglos, behalte Deine sieben Sachen im Blick und los geht es. Empfindlich solltest Du nicht sein. Unter TripAdvisor.de oder Booking.com solltest Du Dir bereits ein Hotel ausgesucht und gebucht haben. Hotels zwischen 35,00 und 120,00 Dollar sind möglich. Lese Dir im Vorfeld die Bewertungen zum Beispiel bei TripAdvisor durch. Die Taxifahrt vom Flughafen Jomo Kenyatta ins Zentrum kann je nach Verkehr ein paar Stunden dauern, obwohl man bei normaler Verkehrslage die Strecke in gut fünfundvierzig Minuten schafft. Die Taxifahrt liegt zwischen zwanzig und dreißig Dollar. Hier zählt Dein Verhandlungsgeschick. Für ein paar Euro mehr und etwas weniger Stress kannst Du über Trip Advisor im Vorfeld einen Transfer buchen. Der Fahrer wartet dann mit einem Namensschild am Ausgang auf Dich. Was die Busfahrt von Nairobi nach Mombasa angeht empfehle ich Dir mit Modern Coast zu fahren. Du kannst auch hier im Vorfeld online buchen. Der Bus kostet pro Person zwischen sechzehn und zwanzig Dollar. Der Dollar liegt in der Umrechnung vom kenianischen Schilling zum amerikanischen Dollar in etwa bei 1:100. Ein amerikanischer Dollar gleich 100 kenianische Schilling.

Solltest Du Dich jetzt an dieser Stelle entscheiden ein paar Tage in Nairobi zu bleiben, sage ich Dir gleich, dass von Deiner „Low Budget“ Entscheidung nicht mehr viel übrig bleibt. In einem meiner nächsten Beiträge schreibe ich etwas über die möglichen Unternehmungen in Nairobi.

Unser Ziel ist Watamu, einem Küstendorf 120 Kilometer nördlich von Mombasa. Von Mombasa aus erreichst Du Watamu mit dem Bus oder einem Sammeltaxi, Matatu genannt. Dies ist in Kenia das wichtigste Transportmittel des öffentlichen Nahverkehrs. Was die Preise angeht ist es allerdings sehr abenteuerlich. Es gibt feste Preise, die für die Einheimischen gelten. Als blasser Europäer musst Du aber damit rechnen, den „weiße(r) Mann/Frau“ Zuschlag zu bezahlen. Das gilt auch für die Tuk Tuks. Tuk Tuks sind dreirädrige Motorikschas, die motorisierte Variante der ursprünglich aus Japan stammenden Rikschas. Diese sind an der kenianischen Küste weit verbreitet. Wenn Du aus dem Bus aussteigst, wird eine größere Menschenmenge auf Dich zuströmen und dich umringen. Alle wittern Geschäfte. Achte auf Dein Gepäck, immer, und lass Dich durch die auf Dich einredenden Menschen nicht aus der Ruhe bringen. Nach Erhalt Deines Gepäcks, vorausgesetzt es wurde unten verstaut, rate ich Dir, Dich schnell aus der „Gefahrenzone“ oder dem „Bedrängungszustand“ zu begeben. Entweder gehst Du erst einmal in das Büro der Busgesellschaft oder aber Du hast Dir einen Tuk Tuk Fahrer ausgeguckt, der Dich zu Deinem nächsten Ziel bringt. Stell Deine Tasche möglichst nicht hinten auf die Ladefläche sondern behalte sie auf deinem Schoß. Lass Dich von dem Tuk Tuk zur nächsten Busstation oder zum Matatu Sammelplatz bringen, damit Deine Weiterfahrt nach Watamu beginnen kann. Und vielleicht kann Dir der Tuk Tuk Fahrer auch einen Preis für die Weiterfahrt nennen oder er kümmert sich für Dich. Für solche Fälle solltest Du immer genügend Kleingeld in der Tasche haben. Doch denke daran, Du bist hier nicht in Europa. Trinkgelder über fünfzig Schilling sind übertrieben.

Alle die nach Kenia fahren sollten wissen, dass das Leben dort ein Überlebenskampf ist. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei knapp zwanzig Prozent. Fünfundvierzig Prozent der Menschen leben unter der Armutsgrenze. Dementsprechend wird man von den Menschen, egal wo Du auftauchst, belagert. Und zwar massiv. Ich kenne Leute, die genau aus dem Grund dort nicht mehr hinfahren. Als Weiße(r) bist Du automatisch reich. Du kannst nicht jedem helfen. Alleine dass Du da bist, ist für das Land schon wichtig, genauso wie jeder Schilling den Du dort ausgibst. Versuche, auch wenn es Dir schwer Feld, die massive Belagerung zu ignorieren und finde Deinen eigenen Weg damit umzugehen.

Weiter zu unserer Anreise. Egal ob Du mit dem Bus oder dem Matatu weiterfährst, Dein nächster Umsteigepunkt ist das Örtchen Gede. Nach circa zwei bis zweieinhalb Stunden Fahrt erreichst du Gede. Der Ort liegt ungefähr fünf Kilometer vor der Küste und sechzehn Kilometer vor Malindi. Hier gibt es eine bei Touristen sehr beliebte Ruinenstadt. Die Ruinen der Häuser aus Korallenkalk sind noch sehr gut erhalten und gelten als Musterbeispiel ostafrikanischer Architektur. Ein nettes Ausflugsziel wenn Du Dich für einige Zeit in Watamu aufhältst. Wie bereits erwähnt, auch hier wirst Du schon erwartet und nachdem Du Dir einen TukTuk Fahrer ausgesucht hast fährst Du die 5 Kilometer weiter bis Watamu. Watamu ist idyllisch gelegen und sehr malerisch. Drei wunderschöne Buchten mit weißen Sandstränden erstrecken sich über den gesamten Ort. Die Leute hier sind lockerer und nicht ganz so aufdringlich. Die Preise für die Unterkünfte haben es in sich. Da wir hier aber darauf bedacht sind möglichst wenig Geld auszugeben empfehle ich euch direkt mit dem TukTuk zum Sailors Guest House (Nähe Mawe Ressort) bringen zu lassen. Es existiert keine Internetseite. Bei Google Maps findest Du eine Telefonnummer. Eine Übernachtung bekommst Du hier ab sieben Dollar. Das Ambiente ist einfach, aber stimmig. Die Duschen sind klein, das Wasser ist kalt, wie in allen einfachen Unterkünften in Kenia. Die Matratzen waren sehr gut. Sollte es euch dort nicht gefallen, könnt ihr am euch von dort aus auf die Suche nach einem Ausweichquartier machen. Dem Guesthouse ist ein Restaurant mit Bar angeschlossen. Eine einfache afrikanische Mahlzeit liegt bei drei bis fünf Dollar, eine Flasche Bier kostet ein Dollar. Wenn ihr Fisch wollt, dann kaufst Du den am besten direkt am Strand oder im Dorf und bei Dir im Restaurant wird er dann zubereitet. Fast gegenüber, um hundert Meter leicht versetzt befindet sich der Zugang zum Strand, den man nach circa 200-300 Meter erreicht.

Sowohl für Nairobi als auch für Watamu kann ich euch Kontaktpersonen vermitteln. Der Kontakt in Watamu spricht etwas Deutsch und unternimmt auch Safaris, falls diese gewünscht werden.

Vom Sailers Guest House bis ins Dorf sind es ungefähr drei Kilometer und bis zur Lagune „Mida Creek“ eine weitere Sehenswürdigkeit der Region neun Kilometer. Wenn Du alleine unterwegs bist empfehle ich Dir für Deine Aufenthaltszeit ein Motorrad-Taxi Fahrer auszuwählen von dem Du Dir die Telefonnummer geben lässt und den Du immer anrufst, wenn Du gefahren werden möchtest. Das garantiert gleichbleibende Preise. Dies gilt auch für Pärchen, die hauptsächlich mit dem Tuk Tuk unterwegs sind. Ihr schafft euch so eine gewisse Loyalität und habt jemanden der euch unter Umständen bei anderen Dingen helfen kann.

Seit meinem letzten Aufenthalt weiß ich, dass es von Nairobi aus auch Direktbusse nach Watamu/Malindi und zurück gibt. Diese fahren auch Nachts, so das man morgens ankommt und noch den ganzen Tag vor sich hat. Einziges Manko, die Busse fahren nicht jeden Tag und man braucht etwas Zeit um die Fahrt zu planen. Bisher habe ich noch nicht recherchiert in wie weit diese Planung auch schon online ausgeführt werden kann. Sobald ich etwas dazu weiß, werde ich den Artikel ergänzen.

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2 Gedanken zu „Kenia – Low Budget für Studenten und Individualreisende

  1. Hallo Klaus,

    interessanter Beitrag über Kenia. Ich war zwar noch nie in Afrika, der Kontinent reizt mich aber schon.

    Der Kilimandscharo ist so ein Ziel, das auf meiner Agenda steht. Der Berg gehört zwar zu Tansania, aber Kenia liegt ja nur ein paar Kilometer davon entfernt. -:)

    Wie auch immer, Kenia und Tansania haben ja auch eine interessante Tierwelt. Davon habe ich schon immer geträumt. Eine Safari, möglichst auch mal zu Fuß, wäre auch eine grandiose Sache.

    Wie Du schreibst ist es in Kenia ja ein wenig, sagen wir, anders, als bei uns. Aber das machen so Reisen ja auch ein Stück weit aus.

    Ich werde Deinen Blog im Auge behalten.

    Bis demnächst und schöne Grüße

    Volker

    1. Hallo Volker,
      es freut mich, wenn Dir mein Artikel gefallen hat. Ich kenne dort am Rande des Amboseli Nationalparks einen jungen Masai der sehr gut englisch spricht und Dich mit Sicherheit begleiten würde. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob man dort wegen der wilden Tiere einfach so herum laufen kann. Ich werde ihm bei Glelegenheit einmal fragen. Er meldet sich des Öfteren via Messenger bei mir.
      Viele Grüße
      Klaus

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