Archiv für den Monat: November 2016

Christoph Sieber – in der Zeche Carl in Altenessen

Christoph Sieber – Es gibt noch Karten für den 08.12.2016 in der Zeche CARL in Altenessen

Wer noch ein Ticket möchte sollte sich schnell entscheiden.

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WATSU-Entspannung für Körper und Geist

Kaum wird es Herbst und Winter, kommt der Winterblues. Die Lust auf Schlafen. Eine allgemeine Lustlosigkeit tagsüber. Bei mir macht sich eine innere Zerrissenheit breit, die auch damit zu tun hat, dass die Tage kürzer sind. Ich vermisse die Sonne, das Licht, draußen zu sein und mich zu bewegen. Nicht dass ich nicht wüsste, wie man es sich zuhause gemütlich machen kann, wenn der Blues da ist, dann ist er da, ob man will oder nicht.

Zeit etwas Gutes für sich und seinen Körper zu tun. Ich nutze die Zeit und koche die leckeren Gerichte, die sich so auf meiner Wunschliste das Jahr über angesammelt haben. Aber es gibt auch noch andere Dinge. Wenn der Köper zur Ruhe kommt, warum sollte dann nicht auch der Geist zur Ruhe kommen? Bei meiner Internetrecherche mit den Suchwörtern Entspannung und Ausgeglichenheit, bin ich unter anderem auch auf das Thema Tiefenentspannung im körperwarmen Wasser gestoßen. Hier wird eine aquatische Körperarbeit betrieben. Diese Methode nennt sich WATSU. Eine Kombination der beiden Worte Wasser und Shiatsu. Also warum nicht einmal eine WATSU-Session in Anspruch nehmen.

Ziel ist es, eine Entspannung durch das Gefühl der Schwerelosigkeit im 35° warmen Wasser hervorzurufen. Durch den körpereigenen Auftrieb, unterstützt mit Luftpolstern, wird der Körper dabei in einen Schwebezustand versetzt. Danach wird Dein Körper in den Armen des Therapeuten nach bestimmten Mustern, mal langsam, mal dynamisch durch das Wasser gedreht und bewegt. Gleichzeitig führt der Therapeut eine Finger-Druckmassage der Energiebahnen durch. Diese Fingerdruckmassage ist übrigens ein Element des Shiatsu.

Durch das Gefühl der Stille (Ohren unter Wasser), der Schwerelosigkeit und der tiefen Entspannung und gleichzeitiger Massage lösen sich Stress, Ängste und Blockaden auf. Die Hektik und der Alltag sind schnell vergessen. Zu der Entspannung kommt ein Gefühl der Freiheit und der Weite. Eine Geborgenheit, die momentane Leichtigkeit, das Gefühl der Geborgenheit und des Vertrauens führen zu einem tiefen Durchatmen des Körpers.

Nach einer Stunde Wassershiatsu ging es mir spürbar besser, ein Erlebnis, das ich auf jeden Fall wiederholen werde.

Für alle Leser aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, Wuppertal und Hagen und für die, die auch gerne eine weitere Anreise in Kauf nehmen möchten, habe ich noch ein kleines Schmankerl parat. Gerade jetzt vor Weihnachten ist man doch immer auf der Suche nach einem Gutschein. Schenkt doch eine Watsu-Session.

Die Watsu-Sessions finden nur an Wochenenden im Schwimmbad des Ev. Krankenhaus Am Mops, in Hagen, statt. Für die Badmiete fallen pro Person / Tag 10,- Euro an. Der Preis für die Watsu Session liegt pro Stunde bei 30,00 €

Bitte meldet euch oder den zu Beschenkenden bis zum 24.12.2016 über das Kontaktformular der Internetseite von der Heilpraktikerin Monika Flamme an. Mit dem Stichwort „PathfindersWorld“ erhaltet ihr auf die Watsu-Session 10% Rabatt.

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Wildgänse in Nordrhein-Westfalen

Foto mit freundlicher Genehmigung von und durch die NABU-Naturschutzstation Niederrhein
Foto mit freundlicher Genehmigung von und durch die NABU-Naturschutzstation Niederrhein

Wer kennt es nicht, das Zuggeräusch der Wildgänse. Jedes Jahr, in etwa ab Ende Oktober sind sie am Himmel zu hören. Seit meiner Kindheit finde es schon immer wieder faszinierend wenn die grenzenlos reisenden Nomaden der Lüfte mit ihrem Geschnatter am Himmel zu sehen sind. Oft habe ich im Fernsehen oder im Radio von den vom NABU angebotenen Exkursionen am Niederrhein gehört. Ich persönlich finde eine geführte Tour besser. So stört man die Tiere nicht, die gerade zu Beginn in Ihrer winterliches Zwischenstation am Niederrhein noch sehr scheu sind. Außerdem verbrauchen die Gänse sehr viel Energie, wenn sie beim Futtern auf den Wiesen aufgescheucht werden.

Seit letzten Sonntag den 13. November bietet die NABU Naturschutzstation Niederrhein bis zum 19. Februar jeden Sonntag eine Busexkursion zu den arktischen Wildgänsen an. Treffpunkt ist „The Rilano Hotel Cleve City“. Parkplätze sind in unmittelbarer Nähe in ausreichender Zahl vorhanden. Wer mit dem Zug fahren möchte hat einen Fußweg von circa fünf Minuten vor sich. Ich habe mich am Sonntag nach einer Internetrecherche sehr kurzfristig und spontan entschieden dort hinzufahren. Nach einem kurzen Anruf wurde mir mitgeteilt, dass noch Plätze frei seien und ich gerne vorbeikommen könne. Allerdings ist eine Anmeldung im Vorfeld im Internet unter diesem Link oder telefonisch unter Tel. 02826 – 91876-00 zu empfehlen.

Nach einer circa achtzig minütigen Autofahrt ab dem Kreuz Wuppertal Nord war ich fast pünktlich, eine halbe Stunde vor 13:00 Uhr am Treffpunkt. Da die Tour pünktlich startet ist diese halbe Stunde ratsam um das Ticket zu kaufen, sein Fernglas einzustellen oder sein Fotoequipment vorzubereiten. Zu dem Eintrittspreis von sechzehn Euro, Kinder unter vierzehn Jahre zahlen neun Euro, bekam ich noch leihweise ein Fernglas gestellt. Allerdings ist die Anzahl der Ferngläser beschränkt und so würde ich jedem raten, sein eigenes Fernglas, falls vorhanden, mitzunehmen.

Bei jeder Tour sind zwei ehrenamtliche und kompetente Begleiter vom NABU dabei, die ihr Wissen gerne mitteilen. So erfährt man nicht nur etwas über die verschiedenen Gänsearten, sondern auch über Kleve, die umliegenden Ortschaften und die Landschaft des Niederrheins, die ja das Rast- und Nahrungsgebiet der Wildgänse ist. Über zehntausend Tiere, vor allem Saat- und Blässgänse, verbringen den Winter hier.

Die Tour startet nach der Vorstellung der begleitenden Personen und einer kleinen Einführung über die zu erwartenden Gänsearten. An diesem Sonntag sind wir wegen reger Teilnahme und zahlreichen Voranmeldungen mit zwei Bussen unterwegs. Die Tour dauert fast drei Stunden. Es gibt keine feste Route oder Ablauf, da die Gänse sich immer wieder an unterschiedlichen Stellen aufhalten können. Wir fahren durch die Düffel-Kellener Altrhein und Flußmarschen und passieren später auch die niederländische Grenze. Wir fahren über den Deich entlang der Waal. Die Waal ist der südliche und breitere der beiden großen Mündungsarme des Rheins in die Nordsee. Zusammen mit der Maas bildet sie das in den Niederlanden gelegene Rhein-Maas-Delta. Im holländischen Millungen, kurz vor der Teilung des Rheins legen wir noch einen kleinen Stopp ein und laufen hoch auf den Deich um nochmals ein paar Gänse und weitere Wasservögel zu sehen.

Fazit: Die Tour ist sehr informativ, geht nicht nur auf die unterschiedlichen Gänsearten ein, sondern beleuchtet auch die landschaftlichen Gegebenheiten. Es gibt sowohl geschichtliche als auch architektonische Informationen über Kleve als auch den ein oder anderen kulinarischen Tipp. Ich persönlich hätte mir die Möglichkeit gewünscht, einmal mehr auszusteigen und Fotos zu schießen. Es könnte insgesamt noch etwas mehr über den NABU gesagt werden. Größeren Kritikpunkte gibt es nicht. Diese kleine Safari würde ich sogar zu einem späteren Zeitpunkt ohne Weiteres noch einmal wiederholen.

Die nächste Busexkursion:

Datum: Sonntag, 20. November 2016
Uhrzeit: 13 Uhr
Wo: ab dem Rilano Hotel in Kleve
Adresse: Bensdorpstraße 3, 47533 Kleve

Veranstalter: NABU Naturschutzstation Niederrhein e.V.
Kosten: Erwachsene 16 Euro Kinder (bis 14 Jahren) 9 Euro

Mitbringen: nach Möglichkeit ein Fernglas

Die öffentlichen Busexkursionen finden in der Saison 2016/2017 vom 13. November 2016 bis 19. Februar 2017 sonntags um 13:00 Uhr statt. Wir bitten alle Teilnehmer, sich mindestens 15, besser 30 Minuten, vor Exkursionsbeginn einzufinden. Außerdem besteht für geschlossene Gruppen (z.B. Reisegruppen, Vereine, Betriebsausflüge, Schulklassen) die Möglichkeit, die Wildgänse an beliebigen Wochentagen bei einer Busexkursion zu erleben.

Die Internetseite des NABU Naturschutzstation Niederrhein

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Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von und durch die NABU-Naturschutzstation Niederrhein
Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von und durch die NABU-Naturschutzstation Niederrhein
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Eine Begegnung – Abschied von der Walz

Die Zusammenkunft
Die Zusammenkunft

An einem heißen Samstagnachmittag im August komme ich von der Arbeit und bin auf dem Weg nach Hause. Da sehe ich sie im Vorbeifahren aus dem Augenwinkel. Eine auffällig gekleidete Truppe von circa zwanzig Personen mit schwarzen Hosen, weißen Hemden und schwarzen Westen. Sie tragen schwarze Melonenhüte oder Zylinder. Wandergesellen ist mein erster Gedanke.

Ein paar Meter entfernt steht eine weitere Gruppe Personen in einem Pulk zusammen. Normalerweise habe ich immer jede Menge Dinge zu erledigen, wenn ich Samstagnachmittags nach Hause komme. Diese Dinge heißen Haushalt und Einkaufen und an Tagen, wie diesem heißen Samstag, fällt mir diese Disziplin besonders schwer. Abwechslungen sind also willkommen.

Entgegen meiner Natur trete ich auf die Bremse, drehe meinen Wagen und fahre zurück. Ich fahre nochmals meinen Wagen an den beiden Gruppen vorbei und parke ein paar Meter weiter am Straßenrand. Schnell finde ich ein Grüppchen Zuschauer und stelle mich dazu. Von einer Dame erfahre ich, dass ein Bekannter, „der Große dort, mit dem grauen Anzug, den Rastas und dem schwarzen Zylinder“, nach fünf Jahren von der Walz zurück nach Hause kommt und seinen Abschied aus der Wandergemeinschaft feiert. Hier, an diesem Ort, markiert durch ein Ortsschild, ist er genau vor fünf Jahren los gewandert. „Damals noch ein Hämpfling“ so sagt sie. In der Tat sehe ich einen bärtigen Hünen inmitten der Gruppe seiner Walzbrüder, die gerade dabei sind, sich an den Händen haltend, einen Kreis um ihn zu bilden. „Sven“ so heißt er, erfahre ich, geht reihum, nimmt jeden seiner Freunde in den Arm und flüstert ein paar Worte. Ein paar Tränen fließen auch. Die Abschiedszeremonie beginnt.

Abschied im Kreis der Tipplebrüder
Abschied im Kreis der Tipplebrüder

Zeit für mich ein paar Fotos zu schießen und zu reflektieren. Was weiß ich eigentlich über die Wandergesellen? Nun es ist nicht viel, vielleicht das, was fast jeder weiß. Die Jungs und mittlerweile auch Mädels machen eine handwerkliche Lehre und gehen nach erfolgreichem Abschluss für eine bestimmte Zeit auf Wanderschaft. In jedem Ort bekommen sie Arbeit oder Essen und wenn es keine langfristige Arbeit gibt müssen sie weiter ziehen. Nach einer Zeit der Wanderschaft, in der sie als Geselle viele unterschiedliche Praktiken gelernt haben, dürfen sie den Meister machen. Es gibt auch eine verklärte romantische Seite. Zumindest für mich. Das ist die Wanderschaft an sich, das Reisen. Eindrücke sammeln und Menschen treffen. Alleine unterwegs sein, Zeit zum Nachdenken haben, das Gelernte verarbeiten. Oder auch zu Zweit oder mit mehreren unterwegs zu sein, feiern und Spass haben, in Geselligkeit. Neues kennen lernen, Meister oder auch Gesellen, die einem Tricks und Kniffe veraten. Ein freies Leben mit einer eigenen, für sich selbst aufgestellten Disziplin. Wo gibt es das noch? frage ich mich. Ein weiterer Aspekt und vielleicht einer, den man erst im fortgeschrittenem Alter zu schätzen weiß, ist die Tradition. Hier wird eine jahrhundertalte Tradition hochgehalten. Eine die es in dieser Form nur in Deutschland gibt. Traditionen im Allgemeinen, sind für unser Selbstverständnis als Volk oder Gruppe oder als Handwerker, eine wichtige Sache. Es fördert den Zusammenhalt. Eine Gesellschaft, die wie wir, immer mehr auseinanderbricht, braucht Traditionen. In diesem Moment bin ich froh, das ich nicht weiter gefahren bin. Sozusagen ein kleiner Teil dieser Zeremonie bin.

Wie sich herausstellt, ist die Dame neben mir die Tante des Rückkehrers und ich erfahre, dass es später eine kleine Feier in einem nahegelegenem Vereinsheim gibt und ich herzlich dazu eingeladen sei. Ein Angebot, das ich gerne annehme. Mittlerweile geht es drüben, auf der anderen Straßenseite weiter.

Der Pulk löst sich langsam auf, und unser Rückkehrer geht mitsamt seinem durch Lederschnallen zusammen gehaltenem Kleiderbündel und einem grob gedrechseltem Wanderstab Richtung Ortseingangsschild. Gefolgt von seinen Wandergesellen. Auf der anderen Seite des Ortsschildes steht eine weitere Personengruppe. Neugierig frage ich meine unmittelbaren Nachbarn und ich erfahre, dass dies dort alles Familie und Freunde seien. Inzwischen bildet sich vor dem Ortseingangsschild eine Reihe mit sich gegenüber stehenden Wandergesellen, die zwischen sich ihre gedrechselten Wanderstäbe halten. Die ersten drei Paare gehen etwas in die Hocke, so das eine kleine Treppe aus Wanderstäben entsteht. Sven erklimmt unter den Zurufen aller Umherstehenden die lebende Treppe und balanciert über die verbleibenden Wanderstäbe die paar Meter bis zum Ortseingangsschild. Dort klettert der Riese hoch und setzt sich nach einigen vergeblichen Anläufen rittlings oben drauf. Natürlich wird er von allen Seiten beglückwünscht. Der junge Mann ist nicht nur zwei Meter groß, sondern hat breite Schultern und Muskeln, alles in Allem, kein Fliegengewicht, welches das Schild erklimmt hat. In Anbetracht dieser kleinen Anstrengung nimmt er sich die Minute, genießt die Aussicht und die Zurufe und schaut auf seine „Begrüßer“ und „Verabschieder“ hinab. Denn das was jetzt folgt, erfordert schon einen gewissen Mut und blindes Vertrauen.

Nacheinander reicht man ihm sein Kleiderbündel und seinen Wanderstab, die er auf der anderen Seite, der Ortsseite, hinunter wirft. Nun hangelt er sich in eine Position, bei der ich zuerst denke, er klettert jetzt hinunter. Tatsächlich ist es aber so, dass die Familienmitglieder und Freunde sich so aufstellen, als ob sie ihn auffangen wollten. Das ist doch nicht deren Ernst, schießt es mir durch den Kopf. Bei der Größe wiegt der junge Mann locker einhundertzwanzig Kilogramm. Doch es ist deren Ernst. Nachdem er sich in Position gebracht hat, lässt sich Sven rücklings aus mindestens drei Meter Höhe fallen. Gott sei Dank ist nichts passiert. Seine Familie hat in wieder aufgefangen und alle schließen ihn in die Arme. Er ist angekommen. Nach fünf Jahren Wanderschaft! Langsam löst sich die Gesellschaft auf. Familie, Freunde, Wandergesellen und unbeteiligte Zuschauer. Ich gehe langsam und nachdenklich zu meinem Auto.

Später bei der Feier, zu der ich natürlich hingefahren bin, bleibe ich der Beobachter. Zu tief und zu persönlich sind die Verbindungen zwischen der Familie und den Wandergesellen die den Abschied einer Ihrer Brüder betrauernd feiern. Man erlaubt mir Fotos zu machen, ich trinke ein Bier und esse ein wenig Gegrilltes. Zurück bleibt für mich ein Gefühl, das ich nicht in einem Wort fassen kann. Bewunderung, Trauer und Faszination sind die drei Attribute die mir am ehesten einfallen. Bewunderung über den Mut zur Reise, die Faszination der Reise und des Abenteuers, des Zusammenhalts und gleichzeitig die Trauer und den Mut der Rückkehr. Selbst heute, ein paar Monate später, rührt mich diese Begegnung.

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