Archiv für den Monat: Juli 2016

Reise nach Kenia -Teil 3

Watamu, Coast, Kenia

Eins sollte jedem klar sein, der nach Afrika reist und etwas tiefer eintauchen möchte. Ihr solltet mit dem Dreck und der Armut in den Städten und Dörfern zurechtkommen. Natürlich ist es nicht überall so und natürlich gibt es Enklaven und Ausnahmen. Auch haben eben nicht alle eine Schulbildung genossen oder haben aus den unterschiedlichsten Gründen die Schule abgebrochen. Doch meist ist es so, dass ihre Hilfe im elterlichen Heim benötigt wird. Es sterben hier immer noch jedes Jahr 2,8 Millionen Kinder an Durchfall. Falls ihr euch entscheidet herzukommen, macht euch auf einen Kulturschock gefasst. Auch ich habe immer wieder von Zielen wie Neuseeland, Australien, Hawaii oder den asiatischen Ländern geträumt. Nur nicht Afrika. Außer vielleicht noch Namibia oder Südafrika, aber dann auch erst nach all den anderen tollen Zielen. Jetzt bin ich hier, zwar nur für ein paar Wochen und aber das auch schon zum dritten Mal. In mir hegt sich immer mehr der Wunsch den Menschen zu helfen. Sie haben es verdient. Sie alle sind sehr freundlich, hilfsbereit und herzlich, wenn dann doch die Mauern gebrochen sind. Erst einmal bist Du als weiße Frau oder weißer Mann automatisch reich und damit genauso automatisch eine Einnahmequelle. Wir als Weiße müssen erst einmal lernen die vielen unterschiedlichen Tonfälle und Gesichtsmimiken zu deuten und auseinander zu halten. Außerdem, und das kann man sich kaum vorstellen, gibt es hier zweiundvierzig ethnische „Tribes“, Volksstämme, die unter dem Dach Kenias leben. Jeder Volksstamm mit einer eigenen Sprache. Es gibt zwei Hauptsprachen, Suaheli und Englisch. Ein Muss für jeden Schüler. Man findet allerdings auch immer wieder Menschen, darunter auch Jugendliche, die nur eine der beiden Sprachen sprechen, oder beide Sprachen, dafür aber sehr schlecht.

Der Islam und das Christentum leben hier friedlich nebeneinander. Nicht selten habe ich hier ein kirchliches Gebäude direkt neben einer Moschee gesehen. Circa 15% der Bevölkerung sind Islamisten und circa 75 % sind Anhänger des Christentums. Der Rest, meist die etwas abgeschieden Stämme haben noch einen Naturglauben. Die meisten islamischen Menschen leben an der Küste.
Wer nur die Wärme und den Strand genießen möchte, wer nur die wunderbare Natur und die Tierwelt kennen lernen möchte, der findet viele Angebote die ihn von dem Leben und den Menschen Kenias fern hält. Es geht aber auch anders. Und an dieser Stelle frage ich mich, wieso ein Reiseland wie Deutschland, mit einer breit aufgestellten Touristikindustrie, mit einer Menge Rentnern, die gerne ihren Lebensabend in wärmeren Gefilden verbringen möchten, es nicht schafft, was die Italiener schon lange geschafft haben.

Sie sind an dieser kenianischen Küste in so einer Anzahl vertreten, dass die Kinder in den Schulen bereits Italienisch lernen. Ich wurde allerdings auch mehrfach gefragt, wo denn die Deutschen sind? Eine Frage die ich mir auch nicht beantworteten kann oder nur zum Teil. Ist es der fehlende Luxus? Man kann sich nicht sofort ins gemachte Nest setzen. Ist es das? Ist es die Armut die einem hin und wieder begegnet? Die Mutter mit dem Kind, die um Almosen bittet? Oder der zahnlose Gestrandete? Versteht mich nicht falsch, zu verteilen habe ich auch nichts. Und ständig wegen irgendetwas angehauen zu werden geht mir auch auf den Nerv. Das hört allerdings schlagartig auf, wenn die Leute einen des Öfteren sehen.

Es gibt hier an der Küste genug leerstehende Häuschen, Apartments oder auch nur Hütten, die darauf warten bevölkert zu werden. Ein Arbeiter, der einem das Haus oder das Appartement renoviert und gleichzeitig auch die Baumaterialien organisiert ist schnell gefunden. Ein Restaurant oder jemand der einem jeden Tag das Essen kocht genauso. Eine Liege am Strand inklusive ein mit Palmblättern bedeckter Sonnenschirm liegt bei circa 2-4 Dollar pro Tag.

Die Menschen hier brauchen uns, genauso wie die Portugiesen, die Spanier, die Griechen, Türken oder Italiener uns und unsere Reiselust seit den Sechzigern gebraucht haben oder immer noch brauchen.

Wer also Hilfe oder Ideen und Tipps für seine individuelle Reiseplanung braucht, der kann mich gerne anschreiben.

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Fisch

Watamu, Coast, Kenia

Nachdem ich hier vorgestern etwas über meine Vorliebe für Ziegenfleisch geschrieben habe, habe ich noch eine andere kleine Geschichte über unser heutiges Essen. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich diese Variante auch nicht das erste Mal erlebe. Es war mir aufgefallen, das jedes Mal, wenn wir dort zum Essen waren, die Köchin, nach nebenan in den Tante Emma Laden gegangen ist, um die ein oder andere frische Zutat dort zu kaufen.

Viele Gäste gibt es hier zurzeit leider nicht, da vor ein paar Jahren die al-Shabaab aus Süd-Somalia der eine oder andere Terroranschlag an der kenianischen Küste verübt hat. Seit dem ist aber hier in dieser Gegend nicht mehr viel passiert. Kenianische Militär und polizeiliche Straßensperren tragen hier zur Sicherheit bei. Das Auswärtige Amt warnt allerdings davor nicht weiter als bis circa einhundert Kilometer vor die somalische Küste zu reisen. Wir sind hier aber noch weit davon entfernt. Okay, soviel als Zwischeninformation. Auf jeden Fall sind aus diesem Grund natürlich die Vorratsschränke nicht gefüllt, da es wenig Touristen gibt. Außerdem leidet die einheimische Bevölkerung extrem unter dem Fernbleiben der Touristen.

Nachdem ich gestern in unserem kleinen Restaurant relativ spät nach Fisch gefragt habe, hat die Köchin über eine Stunde telefoniert um an fangfrischen Fisch zu kommen. Bis auf Thunfisch hatten die Fischer aber alles andere bereits verkauft. Also haben wir heute Nachmittag im Dorf selber nach frischen Fisch geschaut. Entschieden haben wir uns letztlich für einen kleinen Weißfisch und einen Calamari. Kosten sechs Euro. Danach haben wir unser kleines Restaurant aufgesucht, den Fisch dort abgegeben und kurz über die Zubereitung gesprochen, wobei mir eigentlich nur wichtig war, das der Fisch gegrillt oder gebraten war. Als wir dann heute Abend um 19:30 Uhr dort ankamen war das Essen bereits zubereitet. Zu dem Calamari und dem Fisch gab es Coconut-Reis und eine für diese Region typische Kokosnusssoße. Ein leckerer Tomatensalat hat das Ganze noch abgerundet. Kosten für die Zubereitung inklusive Soße und Salat sowie zwei Getränke nochmals 8€. Alles in Allem war es ein schöner Abend mit einem leckeren und gesunden Essen.

Wenn ihr also mal Lust auf Kenia haben solltet, dann meldet euch. Eine deutschsprachige Reiseleitung ist vor Ort.

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Ziegen-Eintopf

Watamu, Coast, Kenia

Nachdem ich gestern noch gezögert habe, habe ich heute das erste Mal ein afrikanisches Goat Stew gegessen. Dazu gab es Coconut-Reis. Jetzt weiß ich auch aus Erfahrung, viele von euch sagen jetzt automatisch „Was? Niemals würde ich Ziege essen, die schmecken doch so streng nach Ziege“ Das ist nur die halbe Wahrheit. Denn, einen strengen Eigengeschmack entwickeln Ziegen nur, wenn sie schon älter sind und dann zubereitet werden. Richtig ist, Ziegen haben einen Eigengeschmack, der allerdings bei jungen Zicklein sehr wenig ausgeprägt ist. Man muss es halt mögen.

Meine ersten Erfahrungen mit Ziegenfleisch habe ich Anfang der 90iger auf der griechischen Insel Samothraki in der nördlichen Ägäis gemacht. Ich wurde dort damals von einem einheimischen Bauern eingeladen. Es gab Zicklein frisch gegrillt vom Spieß und wie sollte es anders sein, dazu jede Menge Retsina. Seit dem bin ich ein Fan vom Ziegenfleisch, oder besser gesagt, ich habe über 20 Jahre davon geschwärmt. Denn erst im Sommer 2013 habe ich mit ein paar Freunden in einem uns gut bekannten Restaurant in Sapounakeika, auf den Peloponnes, ein im Backofen zubereitetes Zicklein vorbestellt und verspeist. Meine Erinnerung hatte mich nicht getrogen, denn das Fleisch sowie der Rest des Essens waren köstlich.

Nun, heute gab es das Fleisch dann mal in der gekochten Variante, mit viel Knochen und auch etwas Fett. Das Ganze in einer sehr lecker gewürzten Tomatensoße gekocht und dazu eben den besagten, für diese Region typischen, in Kokosmilch gekochten Reis. Einfach und lecker.

Solltet Ihr einmal die Möglichkeit haben, probiert es einfach aus.

Übrigens ist Stew hier, in verschiedenen Varianten, durchaus üblich. Dabei werden in der Regel, die etwas weniger edlen Teile der Lämmer oder des Rindes verarbeitet. Die Menschen hier können sich eben kein teures Fleisch leisten. Dazu wird meist „Ugali“ gegessen. Das ist ein Maisbrei, der solange gekocht wird, bis er eine feste Konsistenz erreicht. Ein dem Spinat ähnliches Gemüse, rundet dann das Gericht ab.

Ugali und/oder Stew Rezepte findet ihr im Internet. Das gilt auch für Ziegenrezepte.

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Nairobi-Mombasa mit dem Bus

Mombasa, Kenia

Unendliche Weiten, trockenes Grasland soweit das Auge reicht oder eine Hügelkette die dem Blick in die Ferne Einhalt gebietet. Dazwischen immer wieder grüne Punkte in der Savanne. Die typischen afrikanischen Buschbäume, Affenbrotbäume oder die sogenannten Baobabs. Danach wird es hügelig und grün. Die Bäume und die Büsche werden häufiger. Bananenplantagen, Maisfelder, Sonnenblumenfelder, und immer wieder Rinder- oder Ziegenherden. Langsam nehmen auch die abzweigenden Wege, die rote Lehmfarbe Afrikas an. Die silbernen Punkte der Wellblechdächer schimmern in größeren Abständen in der Sonne. Die Wege die in das Hinterland führen sind gesäumt mit Agaven. Der zweispurige Mombasa – Nairobi Highway schlängelt sich durch diese Landschaft. Gespickt mit Bremsspuren und schwarzen Reifenabdrücken. Aus dem Radio dröhnt arabische Musik, wir fahren ja in den weitgehend islamisch geprägten Süden Kenias. Dementsprechend gemischt sind auch die Insassen. Der Bus ist voll belegt. Vorne unterhalten sich lautstark der Busfahrer und sein Begleiter. Oder ist es der persönliche Alleinunterhalter, der nur dazu dient den Fahrer bei Laune und wach zu halten?

Wir fahren wieder durch eines dieser Dörfer, bei denen ich mich frage, was zuerst da war? Die Straße oder das Dorf? Die für Kenia so typischen „Bobs“, das sind kleine oder auch zuweilen heftige Bodenwellen, die manchmal für mein ungeübtes Auge, schwer zu erkennen sind. Diese Bobs kündigen das Dorf sozusagen an und verabschieden es auch wieder. Wie immer wird die Straße beidseitig mit einem Marktstand nach dem anderem gesäumt. Auf der Straße laufen Kinder, Frauen, junge Männer herum, die den Insassen der vorbeifahrenden Autos, LKW, Matatus oder Bussen in Plastiktüten verpackte Tomaten, Äpfel, Orangen, Erbsen, Kartoffeln oder Wasserflaschen verkaufen wollen.

So langsam wird es warm. Das gemäßigte Klima Nairobis und des Nordens haben wir schon lange verlassen. Es ist halb zwölf, wir sind mittlerweile seit circa dreieinhalb Stunden unterwegs und haben nicht einmal zweihundert Kilometer geschafft. Mittlerweile fahren wir wieder durch eine Savannen Landschaft. Linker Hand sieht man eine bereits fertig gestellte Teiltrasse der gerade im Bau befindlichen neuen Eisenbahnstrecke, die die Fahrzeit zwischen Nairobi und Mombasa auf drei bis vier Stunden verkürzen soll. Alleine der bauliche Fortschritt, innerhalb eines Jahres, den die Chinesen, die den Zuschlag für den Bau der Trasse erhalten haben, gemacht haben, ist enorm.

Immer wieder kommen uns überholende Autos oder Matatus entgegen. Den Fahrern hier ist es schon in Fleisch und Blut übergegangen bei entgegen kommenden Fahrzeugen automatisch vom Gas zu gehen. Einige Male schon musste der Bus auch schon auf den schmalen Seitenstreifen ausweichen. Umgekehrt ist es nicht anders. Auch uns kamen schon einige Fahrzeuge mit blinkender Lichthupe entgegen.

Da war wieder, ich nenn es mal, eine Kaserne. Ein großes Areal umgeben von hohen, mit Stacheldraht gesäumten, Mauern. Die auf dem Reißbrett angelegten Wohnkasernen wurden in Reih und Glied gebaut. Davor Fahnenmaste mit Fahnen die mit großen chinesischen Schriftzeichen bedruckt sind. Die Wege clean und sauber. Vor dem Tor, das von Security Personal bewacht wird eine sauber angelegter Zufahrtsweg der wiederum von einem weiteren Zaun abgeschirmt wird. Mitten auf dem Areal, umgeben von den Wohnkasernen, ein wohl geordneter Platz mit Baumaterialien, akkurat aufgereiht und gestapelt, sein es Steine, Kunststoffrohe oder Stahl. Die Maschinerie funktioniert. In weiter Ferne kann man die Baustelle erkennen auf der es scheinbar genauso geordnet zugeht. Wie sich wohl der einzelne Arbeiter fühlen mag? Der Erfolg und die Gemeinschaft ergeben durchaus einen Sinn bei solchen Mamut Projekten. Der enorm schnelle Baufortschritt lässt das vermuten.

Alle paar Kilometer entlang der Bahnstrecke sieht man immer mal wieder Steinbrüche und kleine Zementwerke mit mehreren Silos, die die Arbeiter mit Materialien unterstützen. Übrigens tragen alle mit dem Bau befassten Arbeiter gelbe Warnwesten und gelbe Helme. Je näher wir Mombasa kommen sieht man auch schon einmal, den einen oder anderen Triebwagen mit ein paar Transportwagons auf der neuen Strecke fahren. Wie ich gerade sehe werden von den Chinesen die Bahnhöfe direkt mitgebaut. Und so wie ich das beurteilen kann, werden vor dem Bahnhof, ganze Wagons zusammen montiert. Wahnsinn. Mittlerweile sehe ich aber auch schon den zweiten oder dritten Bahnhof auf offener Strecke. Drumherum gibt es nichts. Keine Infrastruktur, keinen Ort, gar nichts. Wer hat sich denn da wohl, die umliegenden Bodenrechte gesichert?

Darauf habe ich gewartet. Wer große Anbaufelder kennt, so wie ich zum Beispiel die kilometerweiten Ananasplantagen aus Costa Rica kenne, oder die endlosen Rapsfelder in unserer Heimat, weiß wovon ich rede. Rechts und links der Straße sieht man weite Agavenfelder, soweit das Auge reicht. Hier im kargen Süden, das ideale Anbaugebiet für diese vielseitige Pflanze.

Auch interessant, zwischen unserem Highway und der neuen Bahntrasse befinden sich auf diesem Streckenabschnitt gerade mal 100 m. An einer Stelle wurde gearbeitet. Gerade mal 20 Meter von den Arbeitern lagen bzw. standen fünf Zebras in der Sonne und schauten interessiert den Arbeitern zu.

Je näher wir Mombasa kommen, desto roter wird die Erde und desto karger die Landschaft. Wir fahren schon seit geraumer Zeit durch eine Strauchlandschaft. Von den Sträuchern trägt ungefähr ein Viertel bis ein Drittel ein grünes Blätterdach, die anderen Sträucher sind karg. Ein paar Kilometer westlich von uns zieht sich eine Bergkette entlang, die scheinbar nicht zu enden scheint.
Ebene. Ebene und Strauchlandschaft bis zum Horizont, auf beiden Seiten. Inzwischen ist die Bergkette Geschichte und das Grün unter den Büschen macht nicht einmal mehr 10% aus. Es ist warm und stickig im Bus. Trotz geöffneter Fenster. Wir sind seit über sieben Stunden unterwegs und ich bin müde. Das Gedudel aus dem Radio geht mir auf den Keks. Hoffentlich sind wir bald da.

So langsam reicht es! Irgendjemand ist wohl auf die glorreiche Idee gekommen, zusätzlich zu der neuen Bahntrasse auch die Straße neu zu asphaltieren und zu verbreitern. Da hat man kurzerhand neben die eigentliche Straße eine Schotterpiste angelegt. Das heißt, neben der Hitze und der stickigen Luft fresse ich jetzt auch noch Staub. Außerdem ist unser Busfahrer auf die glorreiche Idee gekommen aus der zweispurigen eine dreispurige Piste zu machen und knallt hupender Weise durch die Mitte. Alles was uns entgegen kommt wird abgedrängt. Der ganze Bus rappelt und wackelt. Wegen des aufkommenden Staubes haben die Straßenbauer jeden Kilometer einen der bereits erwähnten Bobs eingeplant. Auch die werden ignoriert oder in Schlangenlinie überfahren (wenn uns gerade kein anderes Fahrzeug entgegen kommt) Eine Internetverbindung habe ich auch nicht, so dass ich mal googeln könnte, wie weit es noch ist. Mein rechtes Knie tut weh. Seit acht Stunden sind wir jetzt unterwegs. Ich habe die Schnauze voll. Sollten wir vielleicht doch mit dem Zug zurück fahren? Unser Navi war gerade kurz da und sagt noch siebenundsechzig km mit eine Stunde und dreiundzwanzig Minuten Fahrzeit. Damit lag ich mit meiner Schätzung von neun Stunden für die vierhundertfünfzig km gar nicht mal so weit daneben. Jetzt brauchen wir halt noch eine halbe Stunde länger.

Circa dreißig Kilometer vor Mombasa wird es wieder grün. So als wäre nichts gewesen. Automatisch nimmt die Bevölkerungsdichte wieder zu, genauso wie die eingezäunten Industriell genutzten Gelände. Zum Teil werden hier schon die ersten Überseecontainer zwischen gelagert. Die ersten Palmen tauchen auf. Im Hinterland sehe ich ganze Palmenwälder. Ein erstes Schild mit „Palmölhandel“ taucht auf. Noch zwanzig Kilometer sagt das Schild am Eingang zum nächsten Ort. Hier scheint eine Holzkohle Hochburg zu sein. Überall am Straßenrand türmen sich weiße Kunststoffsäcke mit Holzkohle. Hinter dem Ort wird die Straße zweispurig. Es geht flott voran.

Wir fahren durch einen weiteren Vorort von Mombasa. Dieser Ort scheint eine einzige LKW Werkstatt zu sein. Das glaubt mit keiner. Überall LKWs, Häuser, Container, Werkstätten und wieder LKWs. Dazwischen die bereits erwähnten Straßenhändler. Jetzt ist es nicht mehr weit.

Geschafft, wir sitzen im TukTuk und fahren zum gebuchten Apartment. Morgen geht die Reise dann weiter.

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Reise nach Kenia – Teil 2

Nairobi, Kenia

In Kenia spielt sich das Leben auf der Straße ab. Dazu muss ich sagen, dass ich richtigen Regen hier tagsüber noch nie erlebt habe. Wenn es geregnet hat, dann meistens nachts. Also sind die Menschen draußen. Wenn man es nicht erlebt hat kann man es sich schwer vorstellen. Die Schreiner bauen Möbel am Straßenrand, die Schlosser schweißen was das Zeug hält. Manche schneiden alte LKW-Reifen auf, Schuster werkeln Schuhe daraus oder aus anderen Materialien. Hausfrauen bauen ihre Nähmaschinen auf und flicken, reparieren oder schneidern ganze Kleidungsstücke. Es werden Haare geschnitten oder verlängert. Wieder andere schlagen Kessel oder Töpfe aus. Dort wo es keine asphaltierten Straßen gibt, werden Autowäschen angeboten. Sowohl innen, als auch außen für dreihundert Schilling (drei Dollar) Die Scheinmetze sitzen am Straßenrand und bearbeiten ihre Steine. LKW’s werden per Hand auf oder abgeladen. Ihr fragt euch, wie der Sand in die großen Kipper kommt? Oder Steine? Mit zehn bis fünfzehn Mann wird der Sand dort reingeschaufelt und auch wieder abgeladen. Und natürlich werden die Baumaterialien wie Sand, Kies oder anderes Geröll am Straßenrand gelagert. Quadersteine mit einem Circamaß von 15x15x40 cm die für den Häuserbau genutzt werden, werden hier behauen, gelagert und verladen. Auf den Dörfern wird hier der Reis getrocknet.

Schrottplätze Fehlanzeige. Es gibt hier ganze Straßenzüge in denen quer zum Straßenverlauf die Schrottkisten aufgereiht werden. Dahinter die Shops der Teilehändler oder kleine Werkstätten. Meist nur Wellblechverschläge. Natürlich sind die Straßen aus Lehm. Überall wird geschweißt, ausgebeult, geschliffen, poliert, gespachtelt, montiert und demontiert. Alles von Hand. Ganze Autos werden gestrippt und neu zusammen gebaut. Kein Teil, das Du nicht bekommen kannst. Und dazwischen immer die Straßenhändler die irgendetwas verkaufen wollen.
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Dann gibt es noch die „Transporteure“. Menschen die irgendwelche Eselskarren ziehen und „was weiß ich“ von A nach B transportieren. Nairobi ist nicht gerade eben. Den ein oder anderen Berg oder Hügel gibt es schon, auch im Zentrum. Wenn der „Transporteur“ nicht weiter kommt müssen halt die Passanten helfen. Wenn die nicht helfen, steigen halt einer oder mehrere der Fahrer, der inzwischen angestauten Autos, aus. Wobei eigentlich ganz Nairobi aus einem nicht endenden Stau besteht. Aber der Autoverkehr ist wieder ein ganz anderes Thema. Hinten am Karren ist ein Autoreifen angebracht. Muss der „Transporteur“ bremsen, wird der Schwerpunkt der Karre nach hinten verlagert und durch den Autoreifen gebremst.

Wir waren ja beim Straßenrand. Apropos Straßenrand, es gibt auch noch die Kreisverkehre, die teilweise von ganzen Händlerfamilien besiedelt werden. Die bereits weiter oben angesprochenen Handwerker müssen ihre produzierte Ware selbstverständlich auch verkaufen. Also wird die Straßenverkehrsinsel zum Showroom umfunktioniert und mit Betten, Sesseln und Sofas bestückt. Dazwischen diverse Stühle oder Tischgestelle aus Metallgestellen. Die Frauen verkaufen die auf einem Rost frisch gegrillten Maiskolben. Andere wiederum eröffnen einen Pflanzenhandel. Warum auch nicht den Buchsbaum oder den Fikus im Vorbeifahren am Kreisverkehr kaufen, besser gesagt im Kreisverkehr.

Was für den Kreisverkehr gilt, gilt für den Straßenrand sowieso. Hemden, Hosen, Schuhe, junge Welpen, Katzenbabys, Bilderrahmen, lebende Hühner, Gemüse, Obst, frisch gefangener Fisch, oder einzelne Bonbons, meist in der Nähe von Schulen, nichts womit nicht gehandelt wird. Überall wird gedealt und gefeilscht was das Zeug hält. „Money is making Money“.

Dazwischen den ein oder anderen Bettler, weniger als man denken mag. Allerdings wird hier noch „zur Schau gestellt“ Das heißt, die offene Wunde, die Pocken, das Geschwulst oder jegliche andere Missbildung wird offen gezeigt.

An fast jeder Straßenecke findet man in den Farben der Telefondienstanbieter, Airtel und Safaricom, meist rot und grün, kleine Kioske. Diese sind nicht größer als 1-2 qm. Hier kaufen die Leute ihre Credits oder Datenvolumen für ihre Handys. Auch ist es in Kenia üblich mit dem Handy zu bezahlen und Geldbeträge hin- oder her zu senden. Haben diese Kioske eine entsprechende Lizenz, können diese auch Geld ausbezahlen. Die Hauptanbieter sind hier M-Pesa und Airtel. Das Bezahlen mit dem Handy ist hier so üblich wie bei uns das Bezahlen mit der Master Card.

Viele diese Kioske werden von Frauen betrieben. Hier in Kenia gibt es Kleinkredite für Frauen, die ihr eigenes kleines Business betreiben wollen. Die ganz Schlauen und das sind sie fast alle, bieten zusätzlich auch immer noch andere Produkte an. Dabei orientieren sie sich an den Bedürfnissen ihrer Nachbarschaft.

Nun, wie ihr seht, hier pulsiert das Leben im wahrsten Sinne des Wortes. Es geht uns „Zurechtkommen“ teilweise ums Überleben. Nur zu betteln, dafür sind die Menschen zu stolz. Krankenkasse, Arbeitslosengeld und sonstige Zuschüsse die der Sozialstaat uns bietet, Fehlanzeige. Dafür gibt es eine andere Gemeinschaft, Familien und Nachbarn die untereinander helfen, wenn die Not zu groß ist.
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Und ich möchte betonen, wir reden hier über Kenia, eines der am weitesten entwickelten afrikanischen Länder. Ein Land, das eine große Agrarwirtschaft hat. Ein Land das ein großes wirtschaftliches Potenzial bietet.

Was ist mit den afrikanischen Ländern die all dies nicht haben, außer dem Bevölkerungswachstum? Wenn wir diese Länder nicht unterstützen dann frage ich mich, wo das hinführen soll? Und wenn ich von Unterstützung rede, dann rede ich nicht von Geld, das in irgendwelche korrupte Regierungen gepumpt wird. Aufklärung, Wissen also Bildung für alle und Hilfe zur Selbsthilfe sind das A und O für den afrikanischen Kontinent.

Danke fürs Lesen

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Reise nach Kenia – Teil 1

Nairobi, Kenia

Sollte von euch wirklich mal jemand mit dem Gedanken spielen unorganisiert und auf eigene Faust nach Kenia fliegen zu wollen, könnt ihr euch natürlich mit dem Taxi, den schon erwähnten Matatus, mit dem Tuk Tuk oder Bussen fortbewegen. Die Busse und die Matatus haben feste Preise. Die Preise für alle anderen Fortbewegungsmittel sollen grundsätzlich immer verhandelt werden. Für die Romantiker gibt es eine Zugverbindung zwischen Nairobi und Mombasa. Kalkuliert eine Verspätung von vorne herein direkt mit ein. Momentan wird von den Chinesen eine neue Trasse, parallel zu der alten gebaut. Da diese das Baumaterial zum Teil mit Zügen auf der alten Trasse anliefern lassen und diese nur einspurig ist, kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Bucht auf jeden Fall erster Klasse, aber kauft das Ticket direkt am Schalter am Bahnhof. Lasst euch auf keine Deals mit irgendwelchen Zwischenhändlern oder sogenannten Reiseagenten oder Reisebüros ein. Wundert euch auch nicht über den Zustand der 1. Klasse. Gäbe es bei uns die 5. Klasse, kommt das ungefähr hin. Trotz der Verspätung und dem desolaten Zustand unseres Abteils, möchte ich die Zugfahrt oder die entstandenen zwischenmenschlichen Begegnungen bei den erzwungen Stopps nicht missen. Gemütlich mit dem Zug durch die afrikanische Landschaft zu fahren, hat schon einen besonderen Touch. Menschen, die sich älter fühlen, als ich mich 😉 würde ich aber grundsätzlich von der Zugfahrt abraten. Es ist trotz der Zugfahrerromantik auch anstrengend. Die Zugfahrt sollte übrigens neun Stunden dauern. Der Zug kam mit einer Verspätung von fünf Stunden an und wir waren über vierundzwanzig Stunden unterwegs.

Morgen fahren wir wieder nach Mombasa. Mit dem Bus. Für die vierhundertfünfzig Kilometer braucht der Bus circa neun realistische Stunden. Die Busfahrt kostet in etwa sechsundzwanzig Dollar für zwei Personen.

Noch entspannter und wohl auch sicherer, geht’s wahrscheinlich mit dem Flieger für circa einhundert bis einhundertzwanzig Dollar pro Person.

Sicherer deshalb, da Mombasa den einzigen kenianischen Seehafen hat. Und alles was in Mombasa per Frachter angeliefert wird das kommt per LKW über die zweispurige 450 km lange Strecke nach Nairobi und wird von dort verteilt. Die Strecke Mombasa-Nairobi ist die meist befahrenste Straße Kenias und angesichts mancher Kamikaze Überholvorgänge der anderen Verkehrsteilnehmer auch die gefährlichste. Überhöhte Wachsamkeit ist unbedingt notwendig und ein übermüdeter Busfahrer würde uns schnell das Leben kosten. Aber keine Panik, es wird schon nichts passieren.

Wollt ihr einen der vielen Natur- oder Gameparks besuchen, geht das nur organisiert oder mit dem eigenen Leihwagen. PKWs werden in die Nationalparks nicht hinein gelassen. Ihr braucht ein Allradfahrzeug. Das kleinste Fahrzeug das hier angeboten wird ist der Toyota RAW4. Die Kosten für das Auto liegen bei den im Internet angeboten Händlern zwischen einhundert bis einhundertfünfzig Dollar pro Tag. Es geht aber auch anders und ist wie vieles im Leben nicht ohne Risiko, wie ich am eigenen Leib erfahren habe. Dazu komme ich aber später. Nachdem mich mein Wagenverleiher aus dem letzten Jahr versetzt hatte, wahrscheinlich weil ihm der Preis auf den ich ihn gedrückt hatte zu niedrig war, mussten wir kurzfristig etwas anderes organisieren. Denn, die Lodge war gebucht und nicht mehr zu stornieren. Die Kenianer, wie ich schon erwähnt hatte, machen alles zu Geld und sei es das eigene Auto. Und Leihmietverträge scheint es wohl auch überall zu geben. Aber der Reihe nach. Wir standen jetzt also da, mit gebuchter Lodge und ohne Auto. Mary nicht dumm, geht zu einem Pulk von Taxifahrern und fragt wo es denn den nächsten Mietwagenverleiher gibt. Und prompt meldet sich einer, der einen Toyota RAW4 für umgerechnet fünfundfünfzig Dollar pro Tag vermietet. Bingo. Und bringt uns dann auch noch mit seinem Taxi zu dem Hof wo das Auto steht. Es ist seins, wie sich dann herausgestellt. Das Auto wird uns abends gebracht. Gezahlt wird direkt cash. Unserer Safari steht nichts mehr im Weg.

Übrigens ist David der Taxifahrer ein netter, adretter junger Geschäftsmann, der uns dann auch später, bei, wie sollte es auch anders sein, entstandenen Schäden überhaupt nicht über den Tisch zieht und mir, nachdem er in einer der zahlreichen Straßenwerkstätten war, einen absolut korrekten und fairen Preis macht. Sollte hier Bedarf bestehen empfehle ich ihn gerne per PN weiter. Eine Toyota Corolla Limousine mit vier Türen, gibt es übrigens schon für fünfunddreißig Dollar pro Tag.

Der Eintritt in die Nationalparks liegt für Nicht-Bewohner bei sechzig bis siebzig Dollar pro Kopf. Alle Unterkünfte sind gerne bereit ein Lunchpaket mit auf den Weg zu geben. Ihr solltet aber zusätzlich noch genügend Wasser mitnehmen. Und auch wenn es nirgendwo steht oder auch keiner mündliche Hinweise gibt; steigt bitte nicht aus! Und wenn, dann nur an den vorgesehenen Plätzen und auch dort ist Vorsicht geboten. Die Löwen sind wirklich wild, Elefanten sehen zwar gutmütig aus, sind aber bei schlechter Laune nicht zu unterschätzen. Ein Nashorn oder auch Ein Elefant kann urplötzlich hinter der nächsten Biegung oder dem nächsten Busch auf dem Weg stehen. Also seid wachsam. In vielen Parks sind die Tiere die Safariautos gewohnt. Es gibt aber auch weniger gut besuchte Parks dort sind die Tiere scheu, schwer zu Gedicht zu bekommen aber eben auch gefährlicher. Wenn ihr einen Führer wollt, der ist in manchen Fällen zu empfehlen, fragt am Gate oder in eurer Lodge nach. Bisher war es bei allen Parks, die ich besucht habe, so, dass wir morgens sehr früh in Nairobi aufgebrochen sind, was schon alleine wegen des Straßenverkehrs zu empfehlen ist, und wir nachmittags am Ziel waren. Es bleibt also immer noch genügend Zeit einen Guide zu finden. Auch hier gilt, verhandeln. Zwischen zehn bis fünfzig Dollar pro Tag ist alles möglich. Vergesst für den Guide nicht das Lunchpaket in eurer Unterkunft mit zu bestellen. Das macht sich besser und ihr habt mittags keinen um euch, der euch hungrig beim Essen zuschaut.

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Mutuati, ein kleines Dorf in der Mitte Kenias

Nairobi, Kenia

Vor ein paar Tagen war ich auf dem Land. Weit, weit weg von jeglichem Tourismus und bis zum nächsten größeren Dorf ist es ein beschwerlicher Weg, den Berg hoch. Dauer fußläufig ca. 1 Stunde. Autos Fehlanzeige. Asphaltierte Wege, damit kannst du nicht rechnen. Ganz zu schweigen vom Strom oder fließend Wasser. Hier leben Kleinbauern. Jeder mit einer Parzelle von ca. 1000 qm. Der eine etwas größer, der andere etwas kleiner. Die Hütten aus rohem Holz mit Lehmboden. Eine Hütte für den Hausherr, eine Hütte für den ältesten Sohn, eine Hütte für die Frauen und Kinder und eine Hütte mit einer Kochstelle. Alle Hütten haben Wellblechdächer. Die Toilette besteht aus 4 auf einem Quadratmeter zusammengestellten Wellblechwänden und einem Loch in der Mitte. Eine der Wände wird als Tür genutzt.

Das Wasser wird zum Teil gekauft und von vorsintflutlichen kleinen Trucks angeliefert und in schwarze, auf vier Stelzen stehende, Wassertanks gepumpt. Wie diese den Weg dorthin schaffen, bleibt mir bis heute ein Rätsel.

Angebaut werden Mais, Bananen, Papaya, Kartoffeln, Kürbis, Melonen, Bohnen, Mangos, Kräuter und der bereits erwähnte Kathstrauch. Teils zur Eigennutzung, aber vermutlich der einzige Weg, bei Verkauf der jungen Triebe, auch einmal etwas Geld zu machen.

Zu jedem Haushalt gehört Kleinvieh. Jeder wahrscheinlich in seiner eigenen individuellen Zusammenstellung. Hier waren es, ein Kalb, zwei Mulis, drei Ziegen, eine Kuh, ein paar Hühner sowie ein Hund und eine Katze. Die Mulis werden vor den Karren gespannt, wenn mal etwas Größeres transportiert werden muss.

Da es keine Fernseher gibt kennen die meisten kenianischen Kinder also auch keine weißen Menschen. Sehen sie dich im Auto, geh davon aus, das das Fahrzeug, welches ja aufgrund der Straßenverhältnisse nur im Schritttempo fahren kann, binnen Sekunden von einer Horde Kinder umringt ist und teilweise kilometerweise von ihnen begleitet wird. Dabei rufen sie „Mzungo, Mzungo“ (weißer Mensch) Und da halb Kenia aus Kindern besteht, reißt die Schlange der auf das Auto zuströmenden Kinder nicht ab. Auch wenn andere schon längst aufgegeben haben.
Das ändert sich nicht, wenn man das Auto verlässt und wie in meinem Fall, einen nicht unerheblichen Berg, 2 Kilometer hoch läuft, um Fotos zu machen. Nachdem die ersten Versuche gescheitert waren ein paar Fotos von den Kids zu machen, alle duckten sich weg, gelang es mir mit einem kleinen Trick. Ich fotografierte einfach ein paar Blumen am Wegesrand und zeigte ihnen diese auf dem kleinen Monitor meines Fotoapparates. Und schnell viel die Scheu, was mir zu meiner Freude, ein paar schöne Momentaufnahmen gebracht hat.

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Tipps für Kenia Urlauber

Nairobi, Kenia

Hier ein paar Tipps von mir für Kenia Urlauber. Solltet ihr pauschal z.B an die Küste reisen und dort einen Strandurlaub machen wollen, ist es in der Regel so, dass die Hotels so angelegt sind, dass sie einen eigenen Bereich mit Swimmingpool und Rasen oder Garten und entsprechende Liegen haben. Diese Bereiche sind durch einen Zaun oder einer Mauer mit Tor und einer Security Person vom Strand abgeschirmt. Wenn ihr am Strand spazieren gehen wollt, ist es ratsam euch jemanden zu suchen, der euch begleitet. Keine Angst, ihr findet denjenigen, denn i.d.R. ist es so, dass in der Nähe des Tores zum Strand, jede Menge Leute rumhängen, die euch was verkaufen wollen. Manche der Jungs wollen euch nur bequatschen und etwas Geld abstauben. Einer von denen ist der richtige für euch. Gebt ihm einhundert Schilling (ein Dollar) und sagt ihm, er soll mit euch kommen, aber dafür sorgen, dass er euch die Strandverkäufer vom Hals hält. Dafür gibt es dann am Ende des Weges nochmals einhundert Schilling. Viele dieser Jungs haben oft keine Schulbildung oder nur eine mangelhafte, sprechen dafür aber drei bis fünf Sprachen. Irgendwie kommt ihr klar.

Geht ihr nur zum Schnorcheln in den Indischen Ozean, müsst ihr einfach dadurch. Ich meine, durch die Strandverkäufer. Denn auch nur mit Badehose, Flossen und Taucherbrille, wo ihr ja wohlweislich kein Geld dabei habt, werdet ihr angequatscht. Business as usual.

Solltet ihr mal in einen Ort oder ein Dorf wollen, nehmt euch ein Taxi oder ein Tuk Tuk. Möglichst vorher den Preis aushandeln, möglichst auch schon für den Rückweg. Der Fahrer wird warten oder ihr macht eine Zeit für die Rückfahrt aus. Auch hier ist es so, dass ich die Erfahrung gemacht habe, den Fahrer zu fragen, ob er mitkommt, vorausgesetzt er lässt sein Fahrzeug alleine. Immer bitte vorher die Preise aushandeln. Bedenkt bitte dabei, der durchschnittliche Monatsverdienst liegt zwischen fünfzig und hundertfünfzig Euro im Monat. Dies bitte auch beim Trinkgeld beachten. Dreißig bis fünfzig Schilling sind genug. Sollte euch ein Preis zu hoch vorkommen, geht einfach weiter, der nächste Straßenhändler oder Taxifahrer kommt bestimmt. Immer freundlich bleiben.

Kenia hat, auch wenn es eins der am weitesten entwickelten afrikanischen Länder ist, immer noch eine sehr bevölkerungsreiche, arme Bevölkerung. Jeder will Geld machen. Und alles ist machbar mit Geld. Wir Europäer, können es uns leisten, dort Urlaub zu machen, egal ob wir uns das Geld dafür zusammen gekratzt haben oder nicht. Also sind wir die Frucht am Baum, die es zu ernten gilt. Macht euch darauf gefasst und bleibt hart, auch wenn es manchmal schwierig ist. Kenianer sind sehr freundliche und hilfsbereite Menschen, auch dann wenn sie euch nichts verkaufen wollen. Sie freuen sich darüber, wenn man ihr Land bereist und mehr über die Kultur erfahren möchte.

Grundsätzlich solltet ihr auch wissen, dass der Süden Kenias, also die gesamte Küste islamisch geprägt ist. Diese Leute sind sehr locker, aber wie in jedem anderen Land auch, solltet ihr euch einfach ein wenig anpassen. Für Leute die irgendwann einmal auf eigene Faust nach Kenia reisen wollen, schreibe ich demnächst auch noch einmal ein paar Tipps.

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Regen

Maua, Kenia

Heute gab es mal den ersten Tag etwas Regen. Allerdings noch in den Bergen und dann war es eher ein Nieseln als Regen. Dennoch muss ich erst einmal allen widersprechen, die denken es sei hier heiß. Wir haben in der Regel bewölkten Himmel und Temperaturen zwischen achtzehn und dreiundzwanzig Grad. Oft reißt so ab vierzehn Uhr die Wolkendecke auf und es kann dann auch mal bis zu siebenzwanzig / achtungzwanzig Grad warm werden. Schwül ist es eher mal im Süden nach einer Regenschauer. Wir sind jetzt noch einmal für ein paar Tage in Nairobi, geben unseren Mietwagen ab und fahren dann mit dem Bus in den Süden nach Mombasa, schlafen dort eine Nacht und fahren mit dem Matatu weiter Richtung Nordküste zu unserem Stranddomizil.

Matatus in Kenia

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Lake Nakuru und die Entdeckung der Nashörner

Nachdem wir heute Morgen um 7:00 Uhr aufgebrochen sind, dachte ich bis heute Nachmittag ca. 16:00 Uhr, dass wir bis dahin eine OffRoad Tour par excellence hatten. Es gibt hier jede Menge Wasserbüffel und Affen. Und natürlich auch Zebras, Giraffen, Impalas, Gazellen, Warzenschweine und natürlich Wasservögel. Außerdem ist das bis jetzt der grünste Nationalpark den ich in Kenya gesehen habe. Mit viel Busch, Sträuchern und hohem Gras. Außerdem ist dieser Park größer als wir gedacht haben. Die 90 Löwen die es hier gibt, haben genug Deckung, genauso wie die Leoparden. Mit denen habe ich auch nicht gerechnet. Alles in allem ein super geiler Tag. Trotzdem machte sich so klammheimlich eine Enttäuschung breit. Kennt jeder, Jammern auf hohem Niveau. „The Big Five“ Die Nummer 5 fehlte mir noch in meiner Sammlung, und nach der Nummer 5 haben wir den ganzen Tag gesucht. Dafür habe ich sogar riskiert, dass wir mitten im tiefsten Busch im Schlamm stecken bleiben. Zwischendurch war mein Adrenalinspiegel auf jeden Fall ziemlich hoch, was ich mir natürlich nicht habe anmerken lassen. Irgendwann nachdem ich schon aufgegeben habe, tauchten sie dann auf. 5 Prachtexemplare, passend zur Nummer 5. „The Big Five“ 5 wunderschöne Nashörner grasten ca. 100 Meter entfernt in der Abendsonne. Ein toller Anblick und ein toller Abschluss eines grandiosen Tages unterm afrikanischen Himmel.

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